Schloß Gottesgabe

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Denn wenn Gott einem Menschen

Reichtum und Güter gibt und lässt ihn davon

essen und trinken und seinen Teil nehmen

und fröhlich sein bei seinen Mühen,

so ist das eine Gottesgabe.

Kor 5,18


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Klaus Störtebeker

Klaus Störtebeker, der vor etwa 630 Jahren im Gottesgabener Kellerverließ eingesessen haben soll, hat das sicher anders gesehen! Gottesgabe gehörte seinerzeit der Familie seines Vitalienbruders Marquard v. Preen. Die ursprüngliche mittelalterliche Wasserschloßanlage ist verschwunden, aber auf Teilen des Kellerfundamentes wurde vor ca. 300 Jahren der Anfang zum heutigen Gutshaus Gottesgabe gemacht. Und die Arrest-Zelle im Keller, die existiert noch immer, erschreckt aber heute noch nicht einmal mehr die Kinder.

Das "Auge Gottes"

Helmut Sieber schreibt in seinem Buch 'Schlösser und Herrensitze in Mecklenburg' (Weidlich-Verlag, Frankfurt/Main 1960):

".... Das Gottesgaber Herrenhaus ist unter den Mecklenburgischen Landsitzen das eigenartigste. Es ist ursprünglich mit drei Flügeln, die im Dreick zueinander standen, errichtet worden. Der im Inneren des Baues dreieckige, gepflasterte und offene Hof ist später, etwa Mitte des 19. Jahrhuderts überdacht worden. Von den sehr alten, gewölbten Kellern wird erzählt, daß Klaus Störtebeker in ihnen gefangen gesessen haben soll. Der jüngere Ruhm des Hauses besteht darin, daß in ihm der sächsische Freiheitsdichter Theodor Körner den letzten Abend und die Nacht vor seinem Tode verbrachte. Hier vollendete er noch das Lied vom Schwert an seiner Linken. .... ein Gemälde des Hauses befindet sich im Körner-Hause in Dresden."

Die drei zum Dreieck gefügten Gebäudeflügel wurden von Freimaurern gestaltet, es enstpricht mit seiner in der Mitte liegenden Ampel dem jahrtausendealten christlichen Ur-Symbol, es ist "das Auge Gottes".

Schloßherren-Alltag

Noch vielerlei andere Sagen, Geschichten und Histörchen umranken das Haus, das früher von zwei großen Rosenhecken eingerahmt, eine Dornrößchen-Schloß Anmutung hatte: frühere Gutsherren seien mit ihren Jagdgesellschaften hoch zu Roß die Freitreppe hinaufgeritten und in den Jagdsaal geprescht; ein Absonderling unter den Herren hätte in der unteren Ebene der Ampel seine Lieblingstiere versammelt und sie dann von der Galerie aus betrachtet...

Ursprünglich gehörten mehr als 500 Hektar landwirtschaftliche Fläche zu dem Gutshaus, das Dorf Gottesgabe hatte zu keiner Zeit freie Bauern, es gab nur Gesinde. Die übrigen Gebäude des Dorfes wurden auf das Gutshaus orientiert errichtet.

Das Schloß als Dorfzentrum

Das Haus wurde in jüngster DDR-Vergangenheit mit seinen 1000 m² Nutzfläche als multifunktionales Gemeinschaftsgebäude genutzt, unter anderem beherbergte es eine Poststelle, Kindergarten, Restaurant, HO-Lebensmittelgeschäft, Jugendraum, Bürgermeisterbüro, zwei Altenwohnungen, Arzt-/Zahnarztpraxis mit Krankenstation, Festsaal, Bürgerwehr-Raum u.v.a., nach dem Krieg bot es zeitweise dreihundert Flüchtlingen gleichzeitig Unterschlupf.

Rückbau und Modernisierung

1993/94 wurden umfangreiche Renovierungesarbeiten durchgeführt. Diese Modernisierungs-/Instandsetzungs- und Energiesparmaßnahmen sind im gehobenen Standard ausgeführt, sie haben das Gebäude auf das heute übliche Wohn-Niveau gebracht.

Der Aus- und Umbau richtete sich soweit als möglich nach dem historischen Vorbild, Planung und Durchführung erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der örtlichen und der Landesdenkmalschutzbehörde. Die teilweise mehr als 70 m² großen Sääle des Gebäudes konnten in Ihrer Form nicht erhalten bleiben. Sie sind jedoch durch leichte Trennwände so unterteilt, daß ihr ursprünglicher Zuschnitt jederzeit wieder rekonstruierbar ist.

Zum Gebäude gehört ein drei Hektar großer Park, seine Wiesen, Lichtungen und Wäldchen liegen auf vielen Höhen-Ebenen und sind sehr abwechslungsreich und vielgestaltig. Es ist ein sogenannter Landschaftspark und unterliegt gleichfalls dem Denkmalschutz. Es gibt Quellen, die Lenné als Erbauer des Parkes benennen, zumindest ist die Anlage in seinem Stil gestaltet. Der Baumbestand ist zum Teil sehr alt, eine Eiche wird auf 500 Jahre geschätzt.

Der Vorplatz des Gebäudes wurde nach alten Plänen wieder zurückgebaut, die asphaltierte Durchgangsstraße wurde dem öffentlichen Verkehr entwidmet und entfernt und das historische Rondell wieder hergestellt.

Theodor Körner

Theodor Körner hat vom 25. zum 26. August 1813 im Schloß Gottesgabe seine letzte Nacht verbracht. Er war zusammen mit Ernst Moritz Arndt und Leberecht von Blücher der Dichter der Deutschen Einheit, ein bedeutender deutscher Patriot, gegen Napoleon und für die Deutsche Einheit.

Von Gottesgabe aus brach Theodor Körner am 26. mit einem kleinen Trupp des Freikorps auf, um ein Lager der Napoleonischen Armee zu überfallen. Bei dem Gefecht im Rosenower Tann unweit des Hauses ist er gefallen.

Vielleicht hat er im Schloß Gottesgabe am Vorabend vor seinem Todestag noch einmal an nebenstehendem Gedicht gearbeitet?

Lüzow's wilde Jagd

Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein? Hör's näher und näher brausen. Es zieht sich herunter in düsteren Reih'n, und gellende Hörner schallen darein, und erfüllen die Seele mit Grausern. Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt, das ist Lützow's wilde verwegene Jagd.

Was zieht dort rasch durch finsteren Wald, und streift von Bergen zu Bergen? Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt; das Hurrah jauchzt, und die Büchse knallt, es fallen die fränkischen Schergen. Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt, das ist Lützow's wilde verwegene Jagd.

Wo die Reben dort glühen, dort braust der Rhein, der Wüthrich geborgen sich meinte; da naht es schnell mit Gewitterschein, und wirft sich mit rüst'gen Armen hinein, und springt ans Ufer der Feinde. Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt, das ist Lützow's wilde verwegene Jagd.

Was braust dort im Thale die laute Schlacht, was schlagen die Schwerter zusammen? Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht, und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht, und lodert in blutigen Flammen. Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt, das ist Lützow's wilde verwegene Jagd.

Wer scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht, unter winselnde Feinde gebettet? Es zuckt der Tod auf dem Angesicht; doch die wackeren Herzen erzittern nicht, das Vaterland ist ja gerettet! Und wenn ihr die schwarzen Gefallenen fragt, das ist Lützow's wilde verwegene Jagd.

Die wilde Jagd, und die deutsche Jagd, Auf Henkersblut und Tyrannen! - Drumm die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt; das Land ist ja frei, und der Morgen tagt, Wenn wir's auch nur sterbend gewannen! Und von Enkeln zu Enkeln sei's nachgesagt: das ist Lützow's wilde verwegene Jagd.

Theodor Körner


Kontakt

Kübel & Kübel:

Wohnen in Schloß Gottesgabe

Zehra Kübel

Schloß Gottesgabe

19209 Gottesgabe

Tel: 038874/ 23 5 23

E-Mail: kuebel@gottesgabe.de


Weblinks / Quellen


Siehe auch

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