Oberbaumbrücke
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Die Oberbaumbrücke in Berlin verbindet die Ortsteile Kreuzberg und Friedrichshain über die Spree und liegt zwischen der Elsenbrücke und der Schillingbrücke. Sie ist das Wahrzeichen des heutigen Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.
| Brückendaten | |
|---|---|
| Bauzeit: | 1894 - 1902 |
| Wiederherstellung: | 1992 - 1995 |
| Gesamtlänge: | 150,00 m |
| Gesamtbreite: | 27,90 m |
| Bauhöhe: | 1,08 m |
| Fläche: | 1.490,00 m² |
| Lichte Weiten der Öffnungen: | 7,50 m; 16,00 m; 19,00 m; 22,00 m; 19,00 m; 16,00 m; 7,50 m |
| Nutzbreite: | 22,00 m |
| Baukosten: | ca. 70,0 Mio. DM |
Geschichte
Eine erste, hölzerne Brücke befand sich auf Höhe der früheren Stadtmauer, etwas südlich vom Ende der Spreeinsel. An dieser Stelle war die Spree zu beiden Seiten hin bis auf einen schmalen Durchlass in der Mitte mit Pfählen versperrt, um Zölle eintreiben zu können. Nachts wurde der Durchlass mit einem dicken mit Eisennägeln bewehrten Stamm verschlossen, dem so genannten „Baum“. Neben dem Unterbaum im Westen der Stadt gab es im Osten den „Oberbaum“. Mit der Verlegung der Berliner Zollmauer wurde diese Brücke 1732 einige Kilometer östlich neu als Holzbrücke errichtet.
Bei der heutigen Oberbaumbrücke handelt es sich um ein neugotisches Bauwerk, das diese Holzbrücke ersetzte und von 1894 bis 1896 nach Plänen des Architekten Otto Stahn gebaut wurde. Die Türme mit einer Höhe von je 34 Metern und ihrem auskragendem Wehrgang sind dem Mitteltorturm der Stadtmauer in Prenzlau (Uckermark) nachempfunden. Die beiden Türme sollen auch an die alte Funktion des Oberbaums als Berliner „Wassertor“ erinnern.
Die Oberbaumbrücke besteht aus zwei Geschossen. Auf der oberen Ebene befinden sich die 1902 in Betrieb genommenen Hochbahngleise der Berliner U-Bahnlinie U1.
Die Oberbaumbrücke wurde im Zweiten Weltkrieg erheblich beschädigt und am 23. April 1945 auf Befehl Adolf Hitlers (Nerobefehl) teilweise gesprengt, um den Vormarsch der sowjetischen Truppen zu behindern.
Die später notdürftig reparierte Brücke durfte nach dem Mauerbau am 13. August 1961 nicht mehr passiert werden, bis sie 1963 als Grenzübergang für Fußgänger (Kleiner Grenzverkehr) wieder geöffnet wurde. Nach der Wiedervereinigung wurde die Brücke saniert und ein neues Mittelteil nach Plänen von Santiago Calatrava eingesetzt. Seit 1995 wird die Oberbaumbrücke wieder für den Straßen- und U-Bahnverkehr genutzt. In Zukunft soll eine Straßenbahn wieder über die bereits verlegten Gleise fahren.
Im Auftrag des Senats für Bauen, Wohnen und Verkehr wurde 1996 ein künstlerischer Wettbewerb zur Markierung der sieben innerstädtischen Grenzübergänge ausgelobt. Mit seinem Entwurf des weithin bekannten Kinderspiels Stein-Papier-Schere gewann Thorsten Goldberg (Berlin) den Wettbewerb am ehemaligen Grenzübergang Oberbaumbrücke. Seit 1997 sind in den Zwickeln des neu eingesetzten Mittelstückes rechts und links der Flussmitte zwei ca. ein Meter große Neonzeichen eingesetzt. Die leuchtenden Umrisslinien der drei Handstellungen Stein, Papier und Schere wechseln zufallsgeschaltet alle sechs Sekunden. Mit diesem Spiel soll keine Verharmlosung der Willkür der Entscheidung zur Ein- oder Ausreise dargestellt sein. Als Glücksspiel markiert es eine politische Situation, in der Entscheidungen nicht mehr argumentativ noch gewaltsam herbeigeführt werden konnten, sondern einer scheinbaren Willkür unterlagen.
Seit 1998 ist die Oberbaumbrücke traditionell einmal im Jahr Schauplatz der so genannten Wasserschlacht zwischen Friedrichshainern und Kreuzbergern, in der um die Vorherrschaft zwischen den beiden mittlerweile fusionierten Bezirken gestritten wird.
Weblinks
- http://de.wikipedia.org/wiki/Oberbaumbrücke
- http://www.bics.be.schule.de/son/verkehr/bautech/oberbaum/geschich/index.htm
Siehe auch
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