Boris F.

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Boris F. (* 8. Juni 1972; † 17. Oktober 1998) auch bekannt unter dem Pseudonym Tron war ein berühmter Hacker und Phreaker sowie Mitglied des CCC. Im Rahmen seiner Diplomarbeit entwickelte er das Cryptophon.


Inhaltsverzeichnis

Offenbarung 23

Die Offenbarung 23 ist mitunter eine Hommage zum Gedenken an Boris F., der unter denkwürdigen Umständen im Oktober 1998 verschied.
In der Handlung der Offenbarung 23 hinterließ er seinem Nachfolger Chiffren, die den Weg seiner Passion markieren.

Gesprochen wird Tron bis Folge 22 von Benjamin Völz danach von Jaron Löwenberg.


Leben

Alle die ihn persönlich kannten haben ihn gemocht. Er war recht bescheiden und immer peinlich berührt wenn seine Person im Mittelpunkt stand. Er hat viel für andere getan ohne das diese je von ihm hörten. Er wollte die Welt verbessern.

Tron wuchs bei seiner Mutter in der Gropiusstadt im Süden von Berlin auf. Bereits zu Schulzeiten interessierte sich Tron sehr für technische Themen.

Nach Abschluss der 10. Klasse begann er eine Berufsausbildung zum Kommunikationselektroniker, Fachrichtung Informationstechnik, an der Technischen Universität Berlin. Nach erfolgreichem, vorzeitigem Abschluss der Berufsausbildung erlangte Tron die Fachhochschulreife am Oberstufenzentrum Nachrichtentechnik in Berlin-Wedding. Im Anschluss daran begann er ein Studium der Technischen Informatik mit dem Schwerpunkt Elektronik an der Technischen Fachhochschule Berlin.

Im Rahmen des Studiums absolvierte Tron das praktische Studiensemester bei einer Firma für elektronische Sicherheitslösungen. Im Wintersemester 1997/1998 schloss Tron sein Studium mit seiner Diplomarbeit und der Note sehr gut ab. In dieser entwickelte er das Cryptophon, ein ISDN-Telefon mit integrierter Verschlüsselung. Es wurde auch als ein Quantensprung in der praktischen Realisierung von Verschlüsselungssystemen bezeichnet. Da die von einem anderen Studenten zu erbringenden Vorleistungen fehlten, konnte er das Telefon aber nicht endgültig fertig stellen, ging aber dennoch weit über die ursprüngliche Aufgabenstellung hinaus, die lediglich die Implementierung der Verschlüsselungskomponente vorsah.

Nach seinem Abschluss bewarb sich Tron bei mindestens einem Unternehmen, fand allerdings keine Anstellung. In seiner Freizeit beschäftigte er sich unter anderem mit einer Weiterentwicklung seiner Abschlussarbeit.

Dann folgten einige Hacks die groß durch die Fachpresse gingen ohne das sein Name irgendwo erwähnt wurde. Nach einer Südafrika Reise im März und einer Ägyptenreise im Juni plante er intensiv eine Safari in einer Kleingruppe für November. Wichtig war ihm die Fortentwicklung des Cryptophons bis zur Lizensfertigung. Für weitere Laborarbeiten konnte er zwischen sieben ihm angebotenen Standorten wählen. Er neigte zu Berlin, eine endgültige Wahl war aber noch nicht getroffen.


Zitate

  • "Weltberühmtes Computer-Genie in Berlin erhängt aufgefunden: Polizei vermutet Kapitalverbrechen" (BZ, 24.10.1998)
  • Ein technischer Lehrer über ihn: "Der Meister"
  • Sein Professor über seine Diplomarbeit: "absolut genial"
  • Ein Polizist der Mordkommision: "Man kann sagen er war ein Genie"
  • Eine Firmensprecherin: "Der Beste, ein Hacker mit Seele"
  • Ein Journalist: "Neben seinem unbestreitbaren Genie und seinen Kenntnissen war es sein gutes Aussehen und sein Charm was ihn herausragen lies."

Interessen

Tron beschäftigte sich leidenschaftlich mit Elektronik und Sicherheitssystemen aller Art. Zu seinen Interessengebieten zählten unter anderem Angriffe auf die deutsche Telefonkarte und Pay-TV-Systeme. Im Rahmen seiner Forschung und Entwicklung tauschte er sich mit anderen Hackern sowie mit Wissenschaftlern aus.

Auf der Mailingliste „tv-crypt“, einer geschlossenen Gruppe von Pay-TV-Hackern, schrieb Tron 1995 über sich selbst, dass seine Interessen unter anderem Mikroprozessoren, Programmiersprachen, Elektronik aller Art, digitale Funk- und Datenübertragung und insbesondere das Knacken von vermeintlich sicheren Systemen umfassten. Er behauptete, dass er unter anderem einen Emulator für Chipkarten zur Freischaltung des britischen Pay-TV-Systems erstellt habe und sich mit dem Verschlüsselungssystem „Nagravision/Syster“, welches zur damaligen Zeit unter anderem vom deutschen Pay-TV-Anbieter PREMIERE verwendet wurde, befassen würde.

Der von Tron entwickelte SIM-KartenleserSpäter beschäftigte sich Tron unter anderem mit einem von Wissenschaftlern aus den USA nur theoretisch skizzierten Angriff auf Chipkarten für den Mobiltelefonstandard GSM. Zusammen mit anderen Hackern aus dem Chaos Computer Club gelang ihm die erfolgreiche Simulation einer kopierten Karte.

Ebenfalls erfolgreich war Tron beim Versuch, Simulatoren von Telefonkarten herzustellen. Diese wurden von Kartentelefonen wie eine richtige Telefonkarte akzeptiert, konnten also für kostenlose Gespräche missbraucht werden. Trons Motiv war allerdings einzig die Überwindung des Schutzes; er versuchte nicht, seine Erkenntnisse finanziell zu nutzen. Parallel wurden solche Simulatoren aber auch durch Kriminelle entwickelt und massiv missbraucht. Da die Deutsche Telekom diesem Missbrauch auf die Schliche kam und das Protokoll abänderte, versuchte Tron mit einem Freund am 3. März 1995 ein Kartentelefon gewaltsam mit einem Vorschlaghammer zu demontieren, um seine Simulatoren anpassen zu können. Dabei wurden sie von der Polizei aufgegriffen und Tron später zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt, die allerdings zur Bewährung.

Cryptophon

Cryptophon ist der von Tron selbst gewählte Name für ein von ihm als Prototyp entwickeltes ISDN-Telefon mit integrierter Verschlüsselung. Es entstand im Wintersemester 1997/1998 im Rahmen seiner Diplomarbeit mit dem Titel „Realisierung einer Verschlüsselungstechnik für Daten im ISDN B-Kanal“. Hauptaugenmerke der Entwicklung waren ein günstiger Preis und die einfache Nachbaubarkeit für Hobbybastler. Das Telefon verschlüsselt Gespräche mit dem symmetrischen Kryptoalgorithmus IDEA. Da dieser Algorithmus patentgeschützt ist, wurde die Verschlüsselung auf einem austauschbaren Modul vorgenommen. So wäre es möglich gewesen, später ein anderes (nicht patentiertes) Verfahren zu wählen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte das System um einen Schlüsselaustausch auf Basis des asymmetrischen Kryptoalgorithmus RSA ergänzt werden, um eine höhere Sicherheit auch gegen kompromittierte Gegenstellen zu erreichen.

Aufgebaut ist das Cryptophon auf Basis eines Intel 8051-kompatiblen Mikroprozessors, der die Steuerung des ganzen Systems und der Peripherie (wie ISDN-Controller, Wähltastatur oder Display) übernimmt. Für die eigentliche Verschlüsselung wählte Tron preiswerte DSPs von Texas Instruments, welche er durch Ausbau aus alten Modems gewann, die aber auch preisgünstig käuflich verfügbar waren. Da dieser DSP-Typ für die komplette Verschlüsselung nicht leistungsfähig genug ist, verwendete Tron zwei DSPs pro Telefon. Hierbei ist ein DSP für die zu sendenden und der andere DSP für die empfangenen Daten zuständig. Tron entwickelte sowohl die Betriebssoftware für den Mikroprozessor wie auch den Verschlüsselungscode für die DSPs. Hierbei entwickelte er eine elegante Methode zur effizienten Implementierung des IDEA-Algorithmus.

Mysteriöser Tod

Am Samstag den 17.10.98 sagte er zu seiner Mutter "Tschüss, ich geh dann jetzt", verlies die Wohnung und wurde innerhalb der nächsten Stunden ermordet. Für die Presse war es erst "mysteriös". Aber schon nach einem Jahr bejubelte man Burkhard Schröder für "die entzauberung des Mythos Tron": Selbstmord. Als Beweise auftauchten, dass es Mord war verweigerte die Staatsanwaltschaft weitere Ermittlungen und lies das Verfahren nach 3 Jahren einstellen. Mit der Begründung, selbst wenn es Beweise fuer eine Fremdeinwirkung gäbe, so "würden sich daraus keine Hinweise auf konkrete Täter ergeben, gegen die eine Anklage in Betracht käme"

Gelingt es die Ermordung von Tron dauerhaft als nebulösen Selbstmord hinzustellen so werden alle die ihm irgendwie nacheifern dadurch gefährdet. Denn wenn ein Mord einmal gut klappte kann man es ja bei nächster Gelegenheit wiederholen. Nur ein breites Wissen über den Mord kann Nachfolger von Tron schützen.

Schmerzhaft ist für seine Freunde auch, daß er zur Zeit als naiver, labiler, ruhmsüchtiger Selbstmörder hingestellt wird. Wer ihn kannte weiss, daß er genau das Gegenteil war. Er war eine faszinierende Persönlichkeit die es wert ist zu erinnern. Und es ist vieleicht auch interessant zu schildern warum er so war, wie er so wurde.

Boris Grab ist auf einem einsamen Berg in Istrien, fern von Berlin oder irgend einer Großstadt. Auf einem kleinen Friedhof eines sehr alten, teilweise in Ruinen liegenden Dorfes. Statt das Grab zu besuchen würde er es sicher lieber sehen wenn seine Ideale hier im Internet gepflegt werden. Kann sein Geist sich so fortpflanzen, dann hat er nicht umsonst gelebt.

Aus all diesen Gründen ist diese Website dem Leben von Boris F. gewidmet.

Wer hier Erinnerungen zu Boris und seiner Arbeit beitragen möchte ist gerne willkommen. Auch wer ihn nicht kannte, aber Beiträge zu seinen Lieblingsthemen schreiben kann. Diese Site soll nicht nur erinnern sondern auch Infos bereitstellen um anderen beim Weg in die Zukunft zu helfen und die Welt zu verbessern.

Etymologie

Üblicherweise wird der Name Boris erklärt als Kurzform des slawischen Namens 'Borislaw'. Boris ist aber wahrscheinlich ein eigenständiger Name mit Verwendung im Altbulgarischen mit türkischer Herkunft, vielleicht mit der Bedeutung 'Wolf'.

Varianten des Namens sind

  • im Russischen Boris;
  • im Bulgarischen Bogoris (alte/ursprüngliche Namens-Form).

Boris ist ein männlicher Vorname, der in Deutschland so gut wie ausschließlich in den alten Bundesländern anzutreffen ist. Die heiligen Brüder Boris und Gleb wurden vermutlich 1071 heilig gesprochen, sie sind die ersten Heiligen der russischen Kirche.

Boris wird entweder als die slawische (bulgarische und russische) Kurzform von Borislaw 'ruhmreicher Kämpfer' oder mit dem Namen des protobulgarischen Stammesführers Bo(go)ris (überliefert als Βόγορις, Βώγωρις, Βορίσης) erklärt. Letztere Erklärung liegt nahe, da auch der Heilige Boris nach Chronikberichten von einer wolgabulgarischen Mutter abstammte und der Name in ältester Zeit nur dort und in Bulgarien belegt ist.

Namenstag ist der 2. Mai.


Zugehörigkeit


Auftritte

  • erster Auftritt


Weblinks


Siehe auch


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Tron_(Hacker) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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