Berliner Kreuzberg

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Der Kreuzberg ist ein 66 Meter hoher Hügel im gleichnamigen Berliner Ortsteil Kreuzberg (Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg). Geologisch bildet der Kreuzberg die Südgrenze des Berliner Urstromtales gegen die Berlin-Brandenburger HochflächeTeltow, zu der er gehört. Der Teltow ist eine flachwellige Grundmoränenlandschaft. Der Kreuzberg ist daher keine Endmoräne. Seine relativ steile Nordabdachung geht auf die Schmelzwassererosion im Berliner Urstromtal zurück, als sich dieses in der Weichseleiszeit vor ca. 18.000 Jahren bildete.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Seit dem 15. Jahrhundert wurde an den Hängen des Berges Wein angebaut, was allerdings der strenge Winter von 1740 im gesamten Berliner Raum zunichte machte. Jedoch wird an diese Weinbautradition seit dem Ende der 1960er Jahre wieder angeknüpft. Der herbe Wein, genannt Kreuz-Neroberger, wird vom Bezirksamt allerdings nur an ausgewählte Gäste verschenkt und ist käuflich nicht zu erwerben.

Auf der höchsten Stelle des Berges wurde am 30. März 1821, dem Jahrestag der Erstürmung des Montmartre, das deutsche Nationaldenkmal für die Siege in den Befreiungskriegen eingeweiht. Die Grundsteinlegung erfolgte am 19. September 1818 durch König Friedrich Wilhelm III. in Gegenwart des russischen Zaren Alexander I. statt. Das Denkmal ist aus Gusseisen und wurde durch die Königlich Preußische Eisengießerei (KPEG) nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel geschaffen. Die pyramidenförmig aufgebaute gotische Spitzsäule wird von einem eisernen Kreuz gekrönt, das dem Berg, der bis dahin Tempelhofer Berg genannt wurde, seinen Namen gab. In den zwölf Nischen stehen zwölf Statuen, die durch Gestalt, Schmuck und Beiwerk die Befreiungskriege symbolisieren. Die vier Hauptmomente der Säule zeigen die Schlachten von Groß-Görschen, Völkerschlacht bei Leipzig, Paris und Belle-Alliance (Schlacht bei Waterloo).

Unter Kaiser Wilhelm I. wurde das knapp 20 Meter hohe und 20.0000 kg schwere Denkmal 1878/1879 hydraulisch auf einen acht Meter hohes Podest gehievt, weil die zunehmende Bebauung der Tempelhofer Vorstadt den ungestörten Blick auf das Denkmal verhinderte. Bei dieser Gelegenheit wurde das Denkmal um 21° gedreht, sodass es nun genau in einer Achse mit der auf das Denkmal zuführenden Großbeerenstraße stand. Die Hebung erfolgte mit zwölf hydraulischen Pressen, jede mit einem Wasserdruck von 30 Atmosphären und einer Hebekraft von 16.000 kg. Interessant ist in diesem Zusammenhang das bahnbrechende Kreuzbergurteil des Preußischen Oberverwaltungsgerichts.

Ab 1888 wurde zu Füßen des Denkmals der Viktoriapark mit einem 24 Meter hohen künstlichen Wasserfall angelegt, der dem Hainfall im Riesengebirge nachgebildet ist.

Bis 1861 gehörte der Kreuzberg verwaltungstechnisch zum Tempelhofer Unterland (Tempelhofer Vorstadt), obwohl er aus geologischer Sicht auf dem Oberland lag. Bei der Gründung Groß-Berlins 1920 gab er dem neugebildeten Bezirk Kreuzberg, dem die Tempelhofer Vorstadt zugeschlagen wurde, den Namen.

Links neben dem Denkmal im umgebauten Toilettenhäuschen befindet sich seit 2005 das Café am Denkmal.

Trivia

Zu Zeiten des Kurfürsten Joachim I. wurde der Berg zum Fluchtpunkt der Hohenzollern. Der Hofalchimist und Sterndeuter Johann Carion prophezeite dem Kurfürsten, dass am 15. Juli 1525 die Welt und somit auch Berlin in einer Sintflut untergehen würde. Dem Kurfürsten war das Hemd näher als der Rock, weshalb er zu allererst sich selbst und die Seinen in Sicherheit bringen wollte und mit dem Hofstaat auf den Kreuzberg zog. Unter strengster Geheimhaltung versteht sich, denn der Hohenzoller fürchtete, dass auf dem Berg für alle Berliner nicht genügend Platz wäre.

Den Bürgern blieb der seltsame Zug des Hofstaats samt Töpfen, Kisten und allem, was nicht niet- und nagelfest war, indes nicht verborgen. Genauso wenig wie der Grund für den Umzug und der Umstand, dass der Fürst den Berg weiträumig absperren ließ, um eine Überfüllung zu verhindern. Wie bekannt ist, ging die Welt an diesem Tage dann noch nicht unter, obwohl es noch ein Gewitter gab. Der Kurfürst musste sich nach einiger Zeit wohl oder übel auf den Rückweg nach Berlin machen, wo ihm die erboste Einwohnerschaft einen wenig freundlichen Empfang bereitete.

Die Anekdote ist von Werner Bergengruen in seinem Roman Am Himmel wie auf Erden ausführlich beschrieben worden.


Weblinks

Siehe auch


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kreuzberg_(Berlin) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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