Albert von Sachsen-Coburg und Gotha
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Prinz Franz August Carl Albert Emmanuel von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen, genannt Albert, (* 26. August 1819 auf Schloss Rosenau bei Coburg, Deutschland; † 14. Dezember 1861 auf Schloss Windsor, Berkshire, England) war der Ehemann Königin Victorias von Großbritannien und Irland und seit 1857 britischer Prinzgemahl (engl. Prince Consort).
Sein älterer Bruder war Ernst II., regierender Herzog im deutschen Doppelherzogtum Sachsen-Coburg und Gotha.
Leben
Albert von Sachsen-Coburg und Gotha war der zweite Sohn des Herzogs Ernst von Coburg, dessen Herzogtum knapp 2.000 Quadratkilometer und 140.000 Einwohner umfasste. Ernst von Coburg hatte im Jahre 1817 die damals erst sechzehn Jahre alte Luise von Sachsen-Coburg-Altenburg geheiratet und mit ihr innerhalb von einem Zeitraum von zwei Jahren zwei Söhne gezeugt. Danach verlor der Fürst das Interesse an seiner jungen Frau. Das Anrecht auf außereheliche Beziehungen, das der Fürst für sich in Anspruch nahm, ließ er nicht in gleichem Maße für seine junge Ehefrau gelten. Nach einer Affäre mit einem Offizier musste Louise von Sachsen-Cobrug-Altenberg den kleinen Fürstenhof verlassen, ohne ihre zwei Söhne noch einmal wieder sehen zu dürfen. Albert von Sachsen-Coburg und Gotha war zu diesem Zeitpunkt fünf Jahre alt.
Nach der Scheidung seiner Eltern, Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha und Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg, wurde Albert von seinen Großmüttern stark religiös erzogen und evangelisch konfirmiert. Sein Lehrer war ab 1823 Christoph Florschütz, Herzoglicher Rat und Prinzen-Instructor. Albert unternahm Bildungsreisen an die Fürstenhöfe von Berlin, Dresden, Wien, Paris und London. Am Hof König Leopold I. von Belgien lernte er die konstitutionelle Monarchie kennen. Er studierte in Italien Komposition, Gesang und Orgel und schloss ein geisteswissenschaftliches Studium an der Universität Bonn ab.
Die Heirat zwischen Albert von Sachsen-Coburg und Gotha und der britischen Königin ist nicht zuletzt auf den Einfluss von Leopold von Belgien zurückzuführen, der gleichzeitig Onkel der Königin Victoria wie auch des Prinzen Alberts war. Leopold I. hatte nicht nur seine in London lebende Schwester finanziell unterstützt, nachdem sie das zweite Mal Witwe wurde, sondern hatte sich auch um eine angemessene Ausbildung für seines Coburger Neffens gekümmert und diese zumindest teilweise finanziert. Auf seine Initiative ging sowohl der erste Besuch des noch 17-jährigen am britischen Königshof zurück als auch der zweite drei Jahre später, bei dem sich die britische Königin binnen drei Tagen mit ihrem Cousin verlobte. Sie heirateten am 10. Februar 1840 in London. Albert studierte britisches Recht und Staatsrecht, wurde zum wichtigsten Berater und Sekretär der Königin. Er schrieb auch ihre Reden. 1857 wurde er zum Prinzgemahl ernannt. Die Ehe war eine Liebesheirat und gilt als eine der wenigen großen Lieben unter den gekrönten Häuptern dieser Zeit.
Albert übernahm viele soziale Aufgaben. 1851 erfand und organisierte er die erste Weltausstellung in London, fertigte die Grundrisse für den Ausstellungsort, den Crystal Palace. Albert war Präsident der Royal Agricultural Society. 1847 wählte ihn die Universität Cambridge zum Kanzler. Englands erste Entwürfe für Arbeiterwohnungen gingen auf Albert zurück. Die Häuser sollten feuerfest sein, über Wasserleitungen und Toiletten mit Wasserspülung verfügen.
Seine Leidenschaften waren Komponieren, Landwirtschaft und Gartenarchitektur.
Prinz Albert starb im Alter von 42 Jahren - offiziell an Typhus, was auch den schlechten sanitären Verhältnissen auf Windsor-Castle zugeschrieben wurde. Neuere Mutmaßungen gehen hingegen von Magenkrebs (Krebsleiden) aus. Als Albert starb, hinterließ er Victoria in völliger Verzweiflung, die sie deutlich in etlichen Briefen an ihre Verwandten zum Ausdruck brachte.
So schrieb sie eine Woche nach seinem Tod an ihren Onkel Leopold I., den König der Belgier:
„Mein Leben als glücklicher Mensch ist zu Ende! Die Welt ist für mich zu Ende! Wenn ich doch weiterleben muß, so ist es um unserer vaterlosen Kinder Willen (...) Sein Edelmut war zu groß, sein Streben zu hoch für diese elende Welt! Sein Geist lebt nun in der Welt, die er verdient!“ Ihre Trauer nahm seltsame Formen an - so blieb sein Schlafzimmer unverändert über die Jahrzehnte und jeden Abend wurde warmes Wasser in sein Zimmer gestellt und auch das Bettzeug wurde regelmäßig gewechselt. Victoria soll Gewissensbisse gehabt haben, dass ihre Trauer mit der Zeit nachließe. Die Schuld an Alberts Tod gab sie ihrem ältesten Sohn und Thronfolger Albert Eduard, der aufgrund seines ausschweifenden Lebensstils an seinem Studienort Cambridge vom bereits fiebernden Vater drei Wochen vor dessen Tod besucht worden war, um ihn zur Ordnung zu rufen. Albert wurde nicht in der Sankt Georgs Kapelle von Schloss Windsor, sondern im Mausoleum von Frogmore bei Schloss Windsor beerdigt, das Queen Victoria eigens für sie beide in Auftrag gegeben hatte und in dem sie 40 Jahre später neben ihm zur Ruhe gebettet wurde.
Weblinks
Siehe auch
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